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Liebe Leserinnen und Leser,

 

wie schon vor ein paar Wochen berichtet wurde waren wir, die Klasse 9b und 9d der Lessing-Sekundarschule in Lommel (Belgien). Wir fuhren hin um mehr über die Geschichte des zweiten und ersten Weltkrieges zu erfahren und um die Kriegsgräber zu pflegen. 39102 Gräber, das war schon ein erschreckender Anblick und eine Gänsehaut lief über den Rücken. Die Seminare halfen uns beim Erkunden des ersten und zweiten Weltkrieges. Das erste Seminar bekam den Namen „Spurensuche". Wir hatten die Aufgabe die wichtigsten Daten und Merkmale über die Kriege und deren Gefallene Soldaten zu erfahren und zu erkennen. Dies führten wir am Dienstag durch. Das zweite nannten wir „Den Toten eine Stimme geben". Hier mussten wir uns in die Lage der einzelnen Soldaten in ihren verschiedenen Situationen hinein versetzen, z.B. „Die letzten Minuten vor dem Tot" , "Geburtstag = Sterbetag", „Der jüngste Soldat" und davon Berichte, letzte Briefe oder letzte Abschiedsgrüße schreiben. Für uns waren die Seminare eine Erfahrung , weil sie uns lehrten, dass Krieg die schlechteste Lösung für ein Problem ist. Die Einstellung , Konflikte zu lösen hat sich von jedem von uns geändert. Am Mittwoch , als wir in einem Konzentrationslager waren , prägte das unsere Einstellung auch sehr. Wir konnten uns vorstellen unter welchen Umständen Tausende von Menschen dort gelebt haben mussten, wie sie gequält , geschlagen und gefoltert wurden. Auch sahen wir einen ehemaligen Häftling, der das Konzentrationslager besuchte. Wir sahen , wie er bei dem Anblick des KZ litt und zusammenbrach. Es berührte uns sehr.

Um unsere gedrückte Stimmung zu erheitern, fuhren wir nach Brüssel, wo wir uns frei bewegen konnten und uns einige Sehenswürdigkeiten ansahen. z.B.: „A Mannequin Piss", das Atomnium, den Königspalast und den Regierungssitz. Donnerstag Vormittag säuberten wir nochmals die Gräber und nachmittags fuhren wir zum „Centre Park". Abends saßen wir noch alle in gemütlicher Runde und werteten die Woche aus. Freitag Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Hause. Wir können sagen, dass wir viel Spaß hatten. Aber die Fahrt war auch eine wichtige Erfahrung für uns, weil sie uns lehrte und zum Nachdenken aufforderte, dass Krieg die schlechteste Lösung für ein Problem ist.

Mit freundlichen Grüßen

Eure 9b und 9d

Projektfahrt nach Lommel 2003/04